Panikstörung
Im
Zentrum der
Panikstörung stehen Phasen intensiver, akuter Angst, die auch als
Panikattacken, Panikanfälle oder Angstanfälle bezeichnet werden. Die Panikanfälle
treten plötzlich und unerwartet „wie aus heiterem Himmel“ ohne eindeutige
Auslöser auf. Die Angstattacken sind meist von vielfältigen körperlichen
Symptomen begleitet, die sich innerhalb weniger Sekunden oder Minuten zu einem Höhepunkt
steigern.
Die
häufigsten körperlichen Symptome
der Panikstörung sind:
Diese
körperlichen Symptome sind in der Regel verbunden mit Befürchtungen
wie der „Angst zu sterben“, Angst, einen Herzanfall oder Herzinfarkt zu
erleiden“, „Angst, ohnmächtig zu werden“, „Angst, verrückt zu
werden“ oder „Angst, die Kontrolle zu verlieren“.
Während
eines Panikanfalls zeigen die Betroffenen oft ausgeprägtes hilfesuchendes
Verhalten: Sie rufen den Notarzt, bitten Angehörige um Hilfe oder nehmen
Beruhigungsmittel ein. In der Regel werden auch bei sorgfältigster Diagnostik
durch Ärzte keinerlei körperliche Erkrankungen festgestellt, die diese
Panikattacken erklären.
Aus
Angst, weitere, nicht kontrollierbar erscheinende Panikattacken zu erleiden,
entwickeln Betroffene oft sehr schnell eine Erwartungsangst
(Angst vor der Angst), sie beobachten ängstlich ihre Körperreaktionen und
bewerten körperliche Missempfindungen als bedrohlich und als Anzeichen einer
erneuten Panikattacke. Durch die ängstliche
Beobachtung und katastrophisierende
Bewertung der vegetativen Symptome intensivieren sich die körperlichen
Symptome, es kommt zu einer Eskalation und zu einer erneuten Panikattacke. Diese
Eskalation nennt man auch den „Teufelskreis
der Angst“.
In
der Folge kann es zu Medikamenten- oder
Alkoholabhängigkeit kommen, das Familien- und Berufsleben ist in der Regel
stark belastet, viele Betroffene werden aufgrund der Beeinträchtigungen durch
die Angst depressiv.
Viele
Patienten mit Panikanfällen entwickeln im Laufe der Zeit Vermeidungsverhalten,
sie vermeiden Orte, an denen Angstanfälle aufgetreten sind oder in denen im
Falle eines Angstanfalls eine Flucht schwierig oder peinlich wäre, z.B.
Menschenansammlungen, Kaufhäuser, Supermärkte, öffentliche Verkehrsmittel,
Veranstaltungen, Kino, Theater, Autofahren.
Das Vermeidungsverhalten kann dazu führen, dass die Betroffenen das Haus nicht
mehr alleine, sondern nur noch in Begleitung verlassen können.
Behandlung
der Panikstörung:
Die Verhaltenstherapie kann aufgrund ihrer wissenschaftlich nachgewiesenen Effekte als die erfolgversprechendste psychotherapeutische Methode bei der Behandlung von Angststörungen angesehen werden. Erfolgreiche kognitiv-verhaltenstheapeutische Therapieprogramme zur gezielten Behandlung von Panikanfällen enthalten folgende Bestandteile: Informationsvermittlung zu psycho-physiologischen Zusammenhängen der Angstreaktion, Erarbeitung von möglichen Zusammenhängen zwischen der Angstsymptomatik und Belastungen oder Stress in der Lebensführung, Erarbeitung eines Erklärungsmodells der Panikattacken (Teufelskreis der Angst), Identifikation und Veränderung dysfunktionaler, angstauslösender Gedanken (Fehlinterpretationen körperlicher Symptome), Konfrontation mit Angstsymptomen und angstauslösenden Gedanken (Verhaltensexperimente). Ziel der Therapie ist die Reduktion bzw. der Abbau der Angstanfälle sowie die Vermittlung von Fertigkeiten und Strategien im Umgang mit diesen Angstattacken. Die verhaltenstherapeutische Behandlung kann ambulant oder stationär erfolgen. Ihr Team der Hardtwaldklinik 2
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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